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Claus Unterbuchberger

Nordindien: Delhi nach Agra (Tja Mahal) - Jaipur

30. >radeln-weltweit< Tour: Nordindien - Delhi - Agra (Tja Mahal) - Jaipur

Delhi - Agra (Tja Mahal) - Jaipur

Indien - Radler auf der N 2 © www.radeln-weltweit.de
Landstrassen Idyll
ein alter Hndu-Tempel - mein Startplatz
ein alter Hndu-Tempel - mein Startplatz

... eine Rad-Tour in Indien zu planen erscheint auf Anhieb

etwas ungewöhnlich. Zu viel Exotisches und Unbekanntes ist da zu bedenken. Aber einmal festgelegt - nähert

man sich diesem Reiseziel schneller als erwartet.

Vorfreude kommt auf, wegen der tollen Photomotive, für die Indien bekannt ist - aber auch die Neugier, diese fremde Kultur, in ihrer authentischen Umgebung kennenzulernen, nahm schnell zu. Der frühe Starttermin Ende Februar, zwang mich ein paar Trainings-Einheiten mehr auf dem Hometrainer in unserem Fitness-Keller zu absolvieren. 

Mit der Royal Jordanien Air flog ich dann am Aschermittwoch über Amman nach New Delhi. Mein Rad war kostenlos dabei.     

 

Start auf der N2 - New Delhi - Agra - Jaipur

 

...frühmorgens in New Delhi angekommen, suchte ich zuerst ein nahe am Airport gelegenes Hotel, als Base-Camp für diese Indien-Tour. Das EHA-Hotel erschien mir passend. In Ruhe konnte ich dort den Rad-Start vorbereiten und auch mein überschüssiges Gepäck bis zu meiner Rückkehr nach New Delhi deponieren. Der Portier, ein freundlicher Vietnamese, gab mir gute Tips. Er organisierte auch den Fahrer, der mich zum Startplatz - an die Stadtgrenze von New Delhi - hinausfuhr.

Bevor ich die Nationalstrasse N2 nach Agra in Angriff nahm, empfing ich am alten Hindu-Tempel von Faridabad, noch den Segen einiger Pilger....... 

 

Krishna und Kama
Krishna und Kama

....der erste Abend war dann gleich sehr spannend, von Weitem war lautes trommeln und ohrenbetäubende Musik zuhören. Krishna und Kisha, die Götter des Sommers wurden auf einem geschmückten Wagen in Richtung Gemeinde-Park gezogen. Das Holi-Fest - die Verabschiedung des Winters hatte in dieser letzten Februar-Vollmond-Nacht begonnen.

Der lautstarke Festzug von Krishna und Kisha wurde immer wieder vom wilden Tanz der jungen Begleiter unterbrochen. 

Im Gemeinde-Park war für alle gut sichtbar, am Ende des festlich dekorierten Laubengangs, ein prächtiger Götterthron aufgebaut. Nach der feierlichen Inthronisierung ging die Feier in ein üppiges Fest-Gelage über. An einem riesigen Buffet konnten sich die Gemeinde-Mitglieder nach Belieben bedienen. Als Fremder - und auch wegen meiner analogen M-Leica - wurde ich immer wieder angesprochen.

Man wollte alles von mir wissen, auch die Klicks meiner Website. Tradition und Moderne schliessen sich in Indien nicht aus.

Nach dem Fest, radelte ich durch die dunkle Nacht, ohne jede Strassenbeleuchtung zum Hotel zurück, die rythmischen Trommelklänge des Holi-Festes waren irgendwann nicht mehr zu hören.....

 

Mittendrin im schönsten Fest des Jahres

Holi-Prozession - Khrishna auf einem festlich geschmückten Schimmel
Holi-Prozession - Khrishna auf einem festlich geschmückten Schimmel
von einem Hindu-Tempel  zum anderen
von einem Hindu-Tempel zum anderen

...am frühen Morgen, die ersten Pilger-Prozessionen zogen bereits von einem Hindu-Tempel zum anderen. An jedem Tempel wurde ein kleines Feuer entzündet, um die Luft von bösen Geistern zu reinigen.

Die Pilger hatten Ihre schönsten Kleider angelegt, später tauschten sie diese, um sich bis zur Unkenntlichkeit mit Farbe zu bespritzen zu können..... 

Übermütig und ungeachtet aller Standes- und Kastenschranken wird dies geduldet und gewünscht. Ähnlich wie bei uns zu Zeiten des Faschings, ist während des Holi-Festes vieles erlaubt was sonst verboten ist. Da Alkohol eher gemieden wird, berauscht man sich in diesen Tagen am Bhang, einem aus der Cannabis Pflanze hergestellten Rauschmittel.

Vater und Sohn pressen Zuckerrohrstangen
Vater und Sohn pressen Zuckerrohrstangen

...diese Vater-Sohn-Cooperation pressten zum Holi-Fest aus getrockneten Zuckerrohr-Stangen einen braunen sirupähnlichen Saft. Die

Nachfrage nach diesem Getränk war gross. Geduldig warteten die

jungen Leute vor der laut ratternden, alten Presse, bis sie endlich an der Reihe waren.

 

 

das Holi-Fest - ein grosser Familientag in Indien. 

zum holifest trifft sich der ganze Clan
zum holifest trifft sich der ganze Clan

...zum Holifest kommen die Clans oder Familien aus dem ganzen Land zusammen. Zu Beginn des fruchtbaren Sommers werden Familien-Bande gefestigt und lukrative Heirats-Politik betrieben,

über den armen Radler aus Europa konnte man nur schmunzeln.

 

 

Entlang der N2 war viel Interessantes zu sehen.

antiker Hindu-Tempel
antiker Hindu-Tempel

...ein historischer Hindu-Tempel von grosser Ausstrahlung.

Früher sicher eine zentrale Anlaufstelle für Gläubige und Pilger,

heute - nahe der grossen Strasse - kaum noch beachtet.

beschauliche Polizei-Station
beschauliche Polizei-Station

....der Polizei-Posten vor Matura wirkte gelassen und ruhig.

Er schenkte er mir eine grüne Paprika und ein Stück Brot,

auch das kann eine Unterhaltung sein.

historisches Rasthaus
historisches Rasthaus

... dieses verfallene Rasthaus - am Rand eines grossen Feldes - spendete angenehmen Schatten.

Zwei Affenfamilien hatten sich hierher zurückgezogen. 

Eine Aussentreppe führte auf das Dach - mit einem weiten Blick über die Felder.

 

 

Kuh-Dung zum Trocknen
Kuh-Dung zum Trocknen

.... Kuh-Dung wird von Hand

in Scheiben geformt,

danach kunstvoll geritzt 

und zum Trocknen ausgelegt.

Ein grosser Vorrat bedeutet Reichtum und Unabhängigkeit.

 

Reifenpanne bei voller Ladung
Reifenpanne bei voller Ladung

....Reifenpanne beim Transport von Kuh-Dung.

Ohne den Wagen abzuladen mußte der Reifen geflickt werden.

Bettelmönch mit grosser Aussrahlung
Bettelmönch mit grosser Aussrahlung

.... der Blick dieses Bettel-Mönches faszinierte mich.

Zu spüren war, dass dieser Mönch nicht einer Regel,

sondern seiner eigenen Lebenserfahrung vertraute. 

 

 

 

 

Am Morgen - entlang der Hauptstrasse von Mathura.


Nach einer guten Nacht in einem einfachen und sauberen Hotel startete ich

mit einem Gang durch die Altstadt, auf der Alles und Jeder zu treffen war.

Im Tea-Shop wurde mir gezeigt, wie original indischer Tea zubereitet wird. Ein Sado-Mönch mit seiner Decke war zu einem Photo bereit und der Royal Taillor wollte mir schnell ein Hemd schneidern.


ein Blick voller Traurigkeit
ein Blick voller Traurigkeit
Kühe die sich selbst bedienen
Kühe die sich selbst bedienen

...Kühe entlang der Hauptstrasse

auf der Suche nach Fressbarem.  

 

königl. priviligierter Schneider
königl. priviligierter Schneider

.... die Royal Tailors warten vor

ihrem Atelier geduldig auf neue Kundschaft, 

ein Wanderer wie ich
ein Wanderer wie ich

...ein Sado-Mönch war für ein Photo bereit, 

ein kleines Trinkgeld machte ihn überglücklich.

 

Agra - der Tja Mahal und das Rote Fort kamen ins Blickfeld.

Fassadendetail am Tja Mahal
Fassadendetail am Tja Mahal
vor dem Tja Mahal
vor dem Tja Mahal

....ein gepflegtes Park-Gelände mit hohen Bäumen,

umgibt den Tja Mahal.

auf dem Weg zum Tja Mahals
auf dem Weg zum Tja Mahals

.... durch die das beeindruckende

Eingangsportal gelangen die Besucher zum inneren Park-Bereich.

bunte Besucherströme am Tja Mahal
bunte Besucherströme am Tja Mahal

....der Tja Mahal - Wahrzeichen von Indien und UNESCO-Welt-

Kulturerbe, zählt zu den schönsten Bauwerken der Welt, er wird auch als einzigartiges Symbol einer grossen Liebe - zwischen dem Maharaja Shah Jahan und seiner geliebten Hauptfrau gesehen, die bei der Geburt Ihres 14.Kindes 1631 verstarb, 

Noch im gleichen Jahr wurde mit den Bauarbeiten für diese ausgewöhnliche Grabstätte begonnen- Die Arbeiten dauerten 22 Jahre. Die besten persischen Baumeister jener Zeit schufen zusammen mit 20.000 Arbeitern ein

Kunstwerk, das täglich von vielen tausend Pilgern besucht und bewundert wird.

 

die perlmutt-schimmernde Marmor-Fassade
die perlmutt-schimmernde Marmor-Fassade
Muter und Tochter am Tja Mahal
Muter und Tochter am Tja Mahal
Pilger am Tja Mahal
Pilger am Tja Mahal

...mit grosser Würde präsentieren sich die einheimischen Pilger

vor dem heiligen Mausoleum.

 

Innenhof vor dem Mausoleum
Innenhof vor dem Mausoleum

... die prachtvollen Nebengebäude des Tja Mahals

nimmt man erst nach geraumer Zeit wahr. Jeder Turm, jedes Wasserbecken, jede Treppe und jedes Minarett sind Teil eines

architektonisch perfekten Gesamt-Konzeptions.

 

die leicht nach aussen geneigten Minarette
die leicht nach aussen geneigten Minarette

... von meinem zertifizierten Fremdenführer, der mit seinem

roten Pullover gut zu erkennen 

war, liess ich mir die Eigenheiten dieses prächtigen Ensembles erklären. Pirmin kannte jedes perspektives Detail - wußte auch auf welcher Bank 

Diana und Prinz Charles sich damals noch ganz verliebt küssten.

 

 

Der Abschied vom Tja Mahal fällt schwer
Der Abschied vom Tja Mahal fällt schwer

....nachdenklich und ergriffen verlassen die Besucher im weichen Licht des frühen Abends den Tja Mahal. Alle wirken glücklich und dankbar, weil sie mit Ihren eigenen Augen, dieses einzigartige Kunstwerk der Menschheit betrachten durften.

wieder auf einer Landstrasse - NN 11 - in Richtung Jaipur

weiser Bramane
weiser Bramane

....dieser ernste Bramane gab mir seinen Segen.

seine Ausstrahlung war überwaltigend.

einer der Ärmsten
einer der Ärmsten

.... einer der ganz Armen. Sein Blick machte mich verlegen.

Gerne hätte ich ihm etwas Gutes getan, aber ich habe

es nicht getan. Heute bereue ich das zutiefst.

rote Strasse
rote Strasse

.... nach der Besichtigung des Tja Mahals und des Roten Forts radelte ich weiter in Richtung Jaipur. Anfangs war die Strasse angenehm in eine üppige Landschaft eingebettet. An den Strassenkreuzungen immer wieder kleine Märkte mit vielen geschäftigen Menschen.

 

 

Bananenverkäufer
Bananenverkäufer

.... dieser Händler mußte erst die vielen kleinen Affen auf seinem Verkaufswagen verscheuchen, ehe er mir einen Bund Bananen verkaufen konnte.

Sein Outfit war originell und passend - sein gelbes Stirnband passte bestens zu den gelben Bananen.

 

ein Pilger-Paar
ein Pilger-Paar

....in langsamen Schritten bewegte sich dieses Pilger-Paar auf der Strasse. Als "Photo-Honorar" schenkte ich Ihnen ein paar von den Bananen, die ich gerade erworben hatte.

Erinnerung an Mahathma Gandi
Erinnerung an Mahathma Gandi

... die Ähnlichkeit zu Mahathma Gandi war verblüffend. Man fühlte sich zurückversetzt in die 30iger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Gandi selbst durch Indien wanderte.

die Dorfkühe
die Dorfkühe

....Mensch und Tier sind hier 

aufeinander angewiesen.

der blinde Vater und sein Sohn
der blinde Vater und sein Sohn

....ein blinder Vater

von seinem Sohn liebevoll gestützt und geführt.

Bauernhaus mit Kuh
Bauernhaus mit Kuh

....ein einfaches indisches Bauernhaus.

Die kleine Mauerkehle in der

Wandmitte der einzige Schmuck.

der grösste Bauer des Ortes
der grösste Bauer des Ortes

....ein halbe Stunde lang sass ich diesem Mann bei Tea gegenüber.

Mit grösster Ruhe beobachtete er mich, sprach aber kein Wort.

Indische Hochzeit in Volksfest-Grösse.

Grosse Hochzeit in dkdkdk
Grosse Hochzeit in dkdkdk

....in Bharatpur, am Rande das Keoladeo National Parks, 

fand diese Hochzeit in Volksfest-Grösse statt.   

Eingang zum Hochzeits-Park
Eingang zum Hochzeits-Park

....die schrille Fest-Dekoration war aufwändig gestaltet - 

400 Gäste waren gekommen, ich mittendrin.

jeder Gast wurde vom Bräutigam tanzend begrüsst
jeder Gast wurde vom Bräutigam tanzend begrüsst
Fleischklösse mit Suppe
Fleischklösse mit Suppe

.... als Dank für dieses Photo nahm ich auch etwas von diesen Fleischklößchen - das war zwar mutig, hatte aber Folgen....!

die Ruhe am Teich tat gut
die Ruhe am Teich tat gut

....in der Nacht und am nächsten Morgen mußte ich für diesen Essens-Übermut büssen. Am Ufer eines kleinen Weihers legte ich mich

bereits früh am Vormittag ins kühlende Gras und schlief 2 Std. lang tief und fest.

Paar mit neuem Motorrad
Paar mit neuem Motorrad

....die Strasse NN 11,

nun zu einem Highway angeschwollen,

wirkte plötzlich leblos und leer.

Wegen der höheren Geschwindigkeiten fehlten an

den Strassenkreuzungen die lebendigen Märkte

und Gar-Küchen. Die Menschen hatten aufgehört

sich persönlich zu begrüssen.

 

 

 

....in Bamanpura, 60 km vor Jaipur, nahm ich einen Jeep zurück ins Hotel EHA in New Delhi.

Die wilde Fahrt über Alwar nach Bawal, auf lehmigen Naturstrassen und durch kleinste Ortschaften, hätte ich so mit dem Rad nie erlebt. Weisse Kamele zogen hier noch einachsige Last-Karren. Scheue Menschen huschten kaum wahrnehmbar zwischen Ihren Hütten hin und her. Alles hatte den Charme des Archaischen und des Stillstandes. Ein Vergleich mit unseren Lebensumständen verbietet sich, hier kämpfen die Menschen ums Überleben und nicht fürs Erleben. Die für uns selbstverständliche Mobilität Auto, hat viele Regionen in Indien noch nicht erreicht. Diese von Allen herbei gesehnte Verbesserung wird gewaltige gesellschaftliche Veränderungen auslösen. Die alte Stuktur der Dorf-Versorgung wird sich von den Dörfern weg - zum nächsten Grossmarkt verlagern. Einige werden sich dieses neue Leben leisten können, die Mehrheit jedoch nicht. Die Armut und Arbeitslosigkeit wird stillschweigend - wie überall in der sog. Dritten Welt - rasant zunehmen.

 

 

Der Tag in Delhi

 

die Freitags-Moschee in Delhi
die Freitags-Moschee in Delhi

....Hindi und Moslems

leben in Delhi noch friedlich nebeneinander.

 

 

hindi bewacht Moslems
hindi bewacht Moslems

...zum Freitagsgebet kommen 30.000 Moslems. Allein um die rituelle Waschung zu ermöglichen, müssen viele Tank-Lastwägen vor dem Eingang

bereitgestellt werden. Finster blickten die

Gläubigen nach vorn, weil sie sich von den indischen Soldaten beobachtet und bewacht fühlen.

mit der Rikscha durch Old-Delhi
mit der Rikscha durch Old-Delhi

....bis zu 5 Touren muß ein Rikscha-Fahrer pro Tag schaffen.

Eingezwengt in den chaotischen Verkehr von Old-Delhi, wo sich die Sonne meist hinter dem dichten Großstadt-Smog versteckt hält, leisten

diese Rikscha-Driver Ausserordentliches.

 

 

Nordindien - auch New Delhi - erlebte ich als sicheres Reiseland.

Nach der Ankunft in N.D. wählte ich als Basecamp meiner India-Rad-Tour.

das Hotel EHA in Flughafen-Nähe.

Der Rad-Start erfolgte an einem alten Hindu-Tempel in Fariabad vor New Delhi.


Entlang der N 12 radelte ich erst  280 km von Dehli nach Agra (Tja Mahal)

dann weiter auf der N 11 nach Jaipur - 270 km.


Die Radltour auf der N 2 - von New Dehli nach Agra - war durchgehend ein Traum.

Abseits der Hauptstrasse führten rote Naturstrassen durch viele kleine Dörfer mit

sehr freundlichen Menschen.